Berichte

Eine Nachbarschaft mit Zukunft – in der Ortsmitte von Furth

16.09.2010

Gut eineinhalb Jahre nach Baubeginn konnten die ersten Mieter bereits in ihre neuen Wohnungen des „Betreuten Wohnens“ in Furth bei Landshut einziehen. Am 15. September 2010 erteilte dann Bischof Gerhard Ludwig Müller der Wohnanlage des Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerkss (KWS) den kirchlichen Segen. Zuvor feierte er mit Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft eine festliche Messe in der Further Pfarrkirche. Die neue Wohnanlage liegt direkt neben dem Caritas Alten- und Pflegeheim Schloss Furth.

„Unser Glaube ist nicht etwas von Menschen Erfundenes. Gott selber ist durch die Offenbarung seines Sohnes Jesus Christus auf uns zugekommen“, sagte der Bischof in seiner Predigt. In jedem Menschen, im gesunden wie im kranken, im jungen wie im alten, sei Jesus Christus für uns sichtbar. Ganz besonders in jenen, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchten. Und: „Gott ist uns allen nah, den Kindern und älteren Menschen, in guten und in beschwerlichen Zeiten. Es sei wunderbar, wie hier in Furth unter dem Dach der Kirche Gutes für Jung und Alt getan wird.

„Wir arbeiten seit langer Zeit mit dem Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg zusammen“, erklärte Diözesan-Caritasdirektor Monsignore Bernhard Piendl das Konzept. Neue Mietwohngebäude würden in Nachbarschaft zu einem Caritas-Alten- und Pflegeheim errichtet. Das habe Vorteile für alle, besonders aber für die Mieter: Diese könnten zum Beispiel Veranstaltungen im benachbarten Heim kostenlos besuchen, jederzeit bei Aktionen dort mitmachen und so Anschluss finden. Außerdem sei es beruhigend zu wissen, dass in Notfällen immer jemand im Heim da ist. Für die Betreuungsleistungen steht im Falle die nächstgelegene Caritas-Sozialstation zur Verfügung. Die Bewohner der KWS-Häuser könnten im Idealfall an dem Ort, wo sie schon immer daheim waren, völlig selbstbestimmt leben und haben zudem die Sicherheit, bedarfsgerecht von Einrichtungen der Caritas versorgt zu werden. Wenn einmal wirklich intensivere Pflege und Betreuung notwendig würde, sei es ins Caritas-Heim eben nur ein kleiner Schritt, so der Caritasdirektor.

„Unser Konzept 'Betreutes Wohnen' bietet soviel Selbständigkeit wie möglich und soviel Sicherheit wie nötig“, ergänzte Ludwig Gareis, Geschäftsführer des KWS. Das Konzept funktioniere mit der Caritas so gut, dass bald auch in Regenstauf und Roding nach diesem Modell der Kooperation betreute Wohnanlagen stehen. In Schwandorf und Erbendorf liefen derzeit erste Gespräche. Gareis dankte dem Architekten Michael Weyh und allen beteiligten Ingenieurbüros sowie den Mitarbeitern des KWS.

Mit dem Haus und die Wohnungen segnete Bischof Gerhard Ludwig Müller auch gläserne Wandkreuze, die alle Mieter vom KWS Regensburg zum Einzug geschenkt bekamen. Die neue Wohnanlage hat zwölf Wohneinheiten auf drei Etagen. Es gibt 2- und 3-Zimmer-Wohnungen, zwischen 50 und 65 m² groß. Zusätzlich zum Mietvertrag ist ein Betreuungsvertrag mit der Caritas abzuschließen. Im Betreuungsentgelt von 77 € pro Monat (Ein-Personen-Haushalt) ist ein Hausnotrufgerät inbegriffen. Sicherheit ist somit rund um die Uhr gewährleistet. Weitere Leistungen wie Verpflegung, Reinigungsdienste und Wäschepflege können bei Bedarf zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Besonders wertvoll ist der barrierefreie Übergang zum Caritas Alten- und Pflegeheim nebenan. Und: Die Wohnanlage wird mit erneuerbarer Energie versorgt. Sie ist an das gemeindliche Hackschnitzelheizwerk (Fernwärme) angeschlossen. Hinzu kommt die um 45 % bessere Wärmedämmung, als sie gesetzlich gefordert ist. Das Investitionsvolumen des Betreuten Wohnens in Furt bei Landshut betrug rund 1,8 Millionen €. Die Regierung von Niederbayern stellte Fördermittel zur Verfügung.

Text: Marcus Weigl (Caritas) / Fotos: Bernhard Schneider (KWS)